Die einen malen mit kräftigen Farben, die anderen greifen lieber zum
Bleistift oder Filzschreiber und zeichnen.
Enstanden sind großflächige Bilder und solche mit filigranen
Mustern.
Die am Sonntag eröffnete Ausstellung im Kreismuseum (Syke) zeigt neben Einzelarbeiten auch mehrere Gemeinschaftbilder der Teilnehmer des Kunstkurses im Refugium Pflegeheim "zum Eichengrund" in Sudwalde.
Seit Herbst 1994 leitet Bärbel Bahlke-Meisel den Kursus im Pflegeheim. Kunst ist bei ihr keine Therapie, sondern eine ganz persönliche Möglichkeit, sich auszudrücken. Viele der Heimbewohner hatten bereits negative Erfahrungen mit Beschäftigungstherapie gehabt, was für Bärbel Bahlke-Meisel ein weiterer Grund war, lediglich die künstlerische Ausdrucksfähigkeit zu fördern. Weshalb die Kursleiterin den handwerklichen Anspruch möglichst gering hält und so wenig wie möglich einzugreifen versucht. Allenfalls Anregungen für neue Techniken gibt, Farben anmischt oder bei der Farbwahl berät.
Höchst unterschiedlich sind die Ergebnisse. Bilder in zarten Farben mit
Motiven, die in Punkte und Striche aufgelöst sind, die die gesamte Bildfläche
ausfüllen.
Daneben hängen Abbildungen von einem Panzer, einer Lokomotive und ein Bild
mit Adolf Hitler.
Ein anderer Maler hat sich mit dem Thema Haus gleich mehrfach beschäftigt:
mal nur Bleistift, mal auf farbigem Papier, mal mit einem aquarellierten
Hintergrund.
Interessant sind auch die Bilder auf kleinen Gipstafeln, die selbst zarte
Farben intensiv und klar erscheinen lassen. Zum Teil wurden nur einige Formen
in den Gips gekratzt, andere Frauen und Männer verzichteten ganz auf die
Bearbeitung des Untergrundes.
Zu der Ausstellung die noch bis zum 15. Juni (1994) zu sehen ist, gehören auch einige Gruppenarbeiten.
Zum Teil haben die Maler große Schwierigkeiten, mit Stift und Pinsel
umzugehen.
Dennoch gelingt es ihnen auf höchst individuelle Weise, ein paar ihrer
Wünsche, Träume und Ideen preiszuegeben.
Das macht den Reiz dieser kleinen Ausstellung aus.