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Weser-Kurier 20.05.1994 (uta)


Die einen malen mit kräftigen Farben, die anderen greifen lieber zum Bleistift oder Filzschreiber und zeichnen.
Enstanden sind großflächige Bilder und solche mit filigranen Mustern.

Foto Borstelmann

Die am Sonntag eröffnete Ausstellung im Kreismuseum (Syke) zeigt neben Einzelarbeiten auch mehrere Gemeinschaftbilder der Teilnehmer des Kunstkurses im Refugium Pflegeheim "zum Eichengrund" in Sudwalde.

Seit Herbst 1994 leitet Bärbel Bahlke-Meisel den Kursus im Pflegeheim. Kunst ist bei ihr keine Therapie, sondern eine ganz persönliche Möglichkeit, sich auszudrücken. Viele der Heimbewohner hatten bereits negative Erfahrungen mit Beschäftigungstherapie gehabt, was für Bärbel Bahlke-Meisel ein weiterer Grund war, lediglich die künstlerische Ausdrucksfähigkeit zu fördern. Weshalb die Kursleiterin den handwerklichen Anspruch möglichst gering hält und so wenig wie möglich einzugreifen versucht. Allenfalls Anregungen für neue Techniken gibt, Farben anmischt oder bei der Farbwahl berät.

Höchst unterschiedlich sind die Ergebnisse. Bilder in zarten Farben mit Motiven, die in Punkte und Striche aufgelöst sind, die die gesamte Bildfläche ausfüllen.
Daneben hängen Abbildungen von einem Panzer, einer Lokomotive und ein Bild mit Adolf Hitler.

Ein anderer Maler hat sich mit dem Thema Haus gleich mehrfach beschäftigt: mal nur Bleistift, mal auf farbigem Papier, mal mit einem aquarellierten Hintergrund.
Interessant sind auch die Bilder auf kleinen Gipstafeln, die selbst zarte Farben intensiv und klar erscheinen lassen. Zum Teil wurden nur einige Formen in den Gips gekratzt, andere Frauen und Männer verzichteten ganz auf die Bearbeitung des Untergrundes.

Zu der Ausstellung die noch bis zum 15. Juni (1994) zu sehen ist, gehören auch einige Gruppenarbeiten.

Zum Teil haben die Maler große Schwierigkeiten, mit Stift und Pinsel umzugehen.
Dennoch gelingt es ihnen auf höchst individuelle Weise, ein paar ihrer Wünsche, Träume und Ideen preiszuegeben.
Das macht den Reiz dieser kleinen Ausstellung aus.