George Tabori


Grusswort des Schirmherrs der
Fachtagung zur Kunst behinderter Menschen vom 14.-16.09.2000 in Hamburg
(Grusswort zur Fachtagung,
Zitat Quelle: "welt-sichten"-Broschüre)
EUCREA Deutschland e.V. Hamburg
http://www.eucrea.de




Wir sind alle behindert.


A trägt eine schwarze Sonnenbrille, und auch die Sonne scheint für ihn schwarz zu sein.


B hört nie, was seine Ehefrau zu ihm sagt (oder er tut nur so).


C verbraucht täglich 30 Papiertaschentücher, um seine Nase sauber zu halten.


D vergisst gelegentlich seine Zähne in einem Glas Wasser.


E hat nicht nur seine Gallensteine verloren, sondern die Galle gleich mit dazu.


F, dem die Prostata fehlt, muss sich täglich dreißigmal erleichtern.


Und so weiter —


Ich hatte vor einigen Jahren das Glück, mit einer Gruppe von Behinderten zusammenzuarbeiten.
Drei von Ihnen starben während dieser Zeit; so hatte der Tod sie, ganz natürlich, befreit. Die anderen in ihren Rollstühlen haben mit viel Freude und Witz weitergearbeitet. Einer von diesen, Peter Radtke, hat mich seitem viel Demut gelehrt und mir beigebracht, dass der Mensch nur mit dem Spielen sich von der Behinderung befreien kann.


Foto: © Matthias Strohmeyer (Ihr Fotograf Syke)




Das Grußwort George Taboris an die Fachtagung Weltsichten der EUCREA Deutschland in Hamburg, vom 14. bis 16. September, Tabori ist Schirmherr der Hamburger Tagung, auf die wir hier verweisen möchten, dieses Grußwort zeigt den Kontext auf, in den KUNST, SPIEL und Behinderung hier zueinander gestellt sind:

Kunst schafft Spielräume,
für den Menschen,
für das Leben,
sich von seinen Beschränkungen zu befreien.

Eröffnungsworte, Dietmar Meisel, 27.5.2000


Foto: © Matthias Strohmeyer (Ihr Fotograf Syke)

Foto: © Matthias Strohmeyer (Ihr Fotograf Syke)


Foto: © Matthias Strohmeyer (Ihr Fotograf Syke)