|
Wir sind alle behindert.
A trägt eine schwarze Sonnenbrille, und auch die Sonne scheint für
ihn schwarz zu sein.
B hört nie, was seine Ehefrau zu ihm sagt (oder er tut nur so).
C verbraucht täglich 30 Papiertaschentücher, um seine Nase sauber zu halten.
D vergisst gelegentlich seine Zähne in einem Glas Wasser.
E hat nicht nur seine Gallensteine verloren, sondern die Galle gleich
mit dazu.
F, dem die Prostata fehlt, muss sich täglich dreißigmal erleichtern.
Und so weiter
Ich hatte vor einigen Jahren das Glück, mit einer Gruppe von Behinderten
zusammenzuarbeiten.
Drei von Ihnen starben während dieser Zeit; so hatte der Tod sie, ganz
natürlich, befreit. Die anderen in ihren Rollstühlen haben mit viel
Freude und Witz weitergearbeitet. Einer von diesen, Peter Radtke, hat mich
seitem viel Demut gelehrt und mir beigebracht, dass der Mensch nur mit dem
Spielen sich von der Behinderung befreien kann.
|
|
Das Grußwort George Taboris an die Fachtagung Weltsichten der EUCREA Deutschland
in Hamburg, vom 14. bis 16. September, Tabori ist Schirmherr der Hamburger Tagung,
auf die wir hier verweisen möchten, dieses Grußwort zeigt den Kontext auf, in
den KUNST, SPIEL und Behinderung hier zueinander gestellt sind:
Kunst schafft Spielräume,
für den Menschen,
für das Leben,
sich von seinen Beschränkungen zu befreien.
Eröffnungsworte, Dietmar Meisel, 27.5.2000